"face to face” ehemalige Walzengießerei ROLAND, Siegen, 2003

Haus: 238,0 x 308,0 x 177,5 cm, Styrodur, Ajousleisten, Schrauben, Flügelmuttern, Glas, Acrylfarbe

Wenn da draußen etwas Neues ist, was frei davon dem Alten in die Augen blicken kann - dann - passiert etwas Entscheidendes.

Im Innenraum der verlassenen Fabrikhalleder ehemaligen Walzengießerei ROLAND steht ein „Haus im Haus“. Baugeschichtlich knüpft das das aus Kalksandsteinen gemauerte Haus an die architektonische Baufolge im Zuge der funktionalen Veränderungen in der Vergangenheit an.

Ich habe das ehemalige Schalterhaus in einer neuen Materialität und Ästhetik spiegelverkehrt dupliziert und dieses dem Original unmittelbar gegenüber gestellt. Zwischen dem „Erstgeborenen“ und dem gespiegelten „Double“ entsteht ein paradoxer Spannungsraum.

Die räumliche Situation verkörpert einen Dialog zwischen maroder Realität und fiktiver Idealvorstellung, welche im Kontext des verlassenen Industrieraumes zugleich fragwürdig erscheint. Der Betrachter wird dadurch aufgefordert, sich mit dem Scheinbild seiner eigenen Vorstellung in der wechselseitigen Begehung der beiden Räume auseinanderzusetzen.

Im Zeitsprung zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen realen Verfallsprozessen und in die Zukunft gerichteten Fiktionen sind Sein und Schein unmittelbar und gleichzeitig anwesend.