"how ever" ehemalige Walzengießerei ROLAND Siegen, 2007

Seccomalerei: 230 x 220 cm und 500 x 220 cm, Spachtelmasse, Farbpigmente

















































Im Dialog mit der Geschichte und der Psychologie des Ortes des ehemaligen Produktionsbetriebes  ist mein Atelier in der Walzengießerei ROLAND künstlerischer Arbeitsraum und Inspirationsquelle zugleich. Aller Zeiten Spuren bilden im Flurbereich zwischen Fabrikhalle und Meisterbüro die Vorzeichnung des zweiteiligen Wandbildes „how ever“. Zeitzeugen physischer Eingriffe, wie Russablagerungen, Kratzer und Löcher sind Überreste der körperlichen und mechanischen Dynamik der Arbeitsprozesse in der Vergangenheit. Die über viele Jahre eingeprägten Arbeitsspuren der zufälligen Texturen in den verputzten Wänden standen als motivische Vorzeichen für den malerischen Prozess.
Unmittelbar in die vorgefundenen Verletzungen des Wandputzes habe ich die eingefärbte plastische Spachtelmasse eingearbeitet. Zeichenartige Wesen, Phantasieformen und Negativformen der ehemaligen Wandtafeln wurden sichtbar. Die horizontale Dreiteilung ergibt sich aus den Höhenunterschieden, der verdichteten Gebrauchsspuren. Im unteren Bildraum befinden sich Formen, die an Lebewesen erinnern. Rechteckige Flächen schaffen einen abstrakten Bildbestand im mittleren Bereich und im oberen Drittel schweben wolkenartige Gebilde und Geister. Motivisch inhaltlich und formal bildimmanent treten Wolkenformen, Figuren und Landschaftsgebilde im Dialog mit der Fläche und der Farbe assoziativ in Beziehung zueinander. Im Verharren des gegenwärtigen Schwebezustandes  erzeugt die Mnemonik der Spuren keinesfalls ein zukunftsträchtiges Modell des Ortes. Im Kontext des höhlenartigen Fabrikraumes führt „how ever“ an den Ursprung zurück.