"Subbotnik - Bekehrung der Oberstadt" Unterer Schlossplatz, Siegen am 12. Juli 2003

40 x 40 m Nutzfläche, 3 m³ Bimskies, Katzenstreu, Besen



Kehrperformance mit ca. 40 beteiligten Menschen

EINE LINIE TRENNT UND VERBINDET GLEICHZEITIG.
AUSGEHEND VON ZWEI SICH GEGENÜBERLIEGENDEN SEITEN
DES PLATZES KEHREN DIE AKTEURE DAS MATERIAL ZUR
GEDACHTEN MITTELLINIE. IN DEM MAßE, WIE SICH DER RAUM
ZWISCHEN DEN KEHRENDEN MENSCHEN VERINGERT,
VERDICHTET SICH DIE MASSE DES MATERIALS:
DAS RESULTAT IST DIE PLASTISCHE LINIE ALS
EINE SPUR DER BEGEGNUNG.

„Subbotnik“ ist ein in der Sowjetunion entstandener Begriff für einen unbezahlten freiwilligen Arbeitseinsatz am Samstag. Ursprünglich dienten diese ehrenamtlichen Arbeitseinsätze zum Wiederaufbau städtischer Strukturen nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Die in den ehemals sozialistisch regierten Ländern gesteuerten Zwangsarbeiten zählten dennoch auch zu sozialen Formen kommunikativer Zusammenkunft.

Ziel der öffentlichen Kunstaktion “Subbotnik- Bekehrung der Oberstadt” mit Publikumsbeteiligung war die gemeinsame Herstellung einer zweckfreien Bodenplastik. Möglichst viele Akteure sollten an diesem Nachmittag das Material von den beiden gegenüberliegenden Seiten des Platzes zur Mitte des Schlosshofs zusammenkehren. Je dichter sich die Fegenden im Prozess ihrer Tätigkeit aufeinander zu bewegten, desto mehr Volumen gewann das sich anhäufende Material zwischen ihnen. Das sichtbare Resultat der Performance war eine plastische Linie in der Platzmitte, deren Form abhängig von der nonverbalen Kommunikation im Arbeitsrhythmus und der Bewegungsrichtung der Beteiligten war.