"Engeleien: Intervention im Barock“ 2014

 


Der barocke Konventsaal der ehemaligen Mädchenschule Stift Keppel ist Kontext und Austragungsort einer künstlerischen Intervention. Alte Bilder wurden ersetzt, die Möbel verschoben, das Sofa benutzt…, der Bauchnabel befindet sich unter dem Kronleuchter. Tatsachen sind vorgetäuschte Handlungen. Denkfallen können nicht ausgeschlossen werden.

"Repräsentation ist die Hauptaufgabe dieses Raumes. Die Repräsentation der Geschichte des Stiftes, der Bedeutung des ehemaligen Konventes und des heutigen Gymnasiums. Ein semi-musealer Raum, der leise Ehrfurcht hervorruft, der pathetisch gesprochen‚ den Geist der Geschichte versprüht. Darf ein solcher Raum als Ausstellungsort moderner Kunst genutzt werden? Dürfen alte Porträts zugunsten junger Gemälde abgehängt werden? Darf historisches Mobiliar, wenn auch nur kurzfristig seiner Funktion beraubt werden? Ich denke ja, (...)

Andrea Freiberg ist eine Kontext-Künstlerin. Der Raum in dem sie ihre Kunst präsentiert ist zugleich Teil des Werkes. Christian Hasucha formulierte diesen Anspruch folgendermaßen: „ Werden Objekte in einer kunstbetriebsfernen Umgebung ungewöhnlich platziert, so evozieren sie den Abbildcharakter nicht mehr und können stattdessen auf Strukturzusammenhänge ihres Umfeldes verweisen.“ Sprich: Kunstwerke an ungewöhnlichen Orten rufen ungewöhnliche Seherlebnisse und Assoziationen hervor. Man sieht seine Umgebung sprichwörtlich mit neuen Augen." 
Kirsten Schwarz, Kunsthistorikerin (aus der Einführungsrede)



Stift Keppel: Konventsaal, Stift-Keppel-Weg 37, 57271 Hilchenbach – Allenbach