Jeder Tag ist eine Trophäe. Installation/Malerei. Roma Italy.

CAMERA. 150 x 100 cm. Öl auf Leinwand. Rom. 2021

un trofeo con l' ODISSEA di Omero. objet trouvé. 50 x 20 x 20 cm. Rom. 2021




















Jeder Tag ist eine Trophäe. 

Fundstücke finde ich auf der Straße. Abgestelltes, Weggeworfenes, Ausrangiertes… Materialien und Gebrauchsgegenstände, die im Alltag keine Verwertung mehr finden. Abgefallen im Wert und dennoch im magischen Schwebezustand, neuerdacht und wiederbelebt werden zu wollen. Diese Reste und Überbleibsel unserer Zivilisation können sich in der ästhetischen Verwertbarkeit als Trophäen behaupten oder versperren. Ich stoße auf gesellschaftliche Widersprüche im Umgang mit den Werten in unserer modernen Konsumwelt. 

Finden ist Erfinden. Zufall und Einfall. Dem intuitiven fotografischen Schnappschuss gleich ist das objet trouvé immer auch ein Teil von mir selbst im Dialog mit der Umwelt. Geschichten, Funktionen oder Formen können Auslöser für Neuanordnungen und semantische Kombinationen sein. 

Mit bildnerischen Mitteln der Montage und der Collage kann ich die Wirklichkeit neu denken. Vertraute Wahrnehmungsmuster verlieren in der Verfremdung ihren Sinn und öffnen sich einer assoziativen und poetischen Bildsprache. Die Raumbilder bleiben, entgegen der Erwartung an ein gültiges Endergebnis, variabel und ergebnisoffen, im laborativen Zustand des Provisoriums, welches das Potential des Wandels in sich trägt. 

In der gegenständlichen Malerei greife reale architektonische Raumsituationen auf und kombiniere diese im Bildgeschehen mit konkreten Fundstücken. Vorgefundene und fiktive Sujets verschlüsseln sich zu rätselhaften poetischen Bühnenbildern. Handlungsoptionen entstehen im Kopf der Betrachter. Mich interessiert die suggestive Bildwirkung.

Andrea Freiberg, *Rom 2020. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Germany. 

https://www.instagram.com/freiberg_andrea/


PASSAGGIO. 150 x 100 cm. Öl auf Leinwand. Rom. 2021


at work, studio 37, Roma Trastevere

PALAZZO ROSSO
Blick in die Tiefe. 
Rot verhüllte Unterwelt.
Graue Dachpappe und weiße Schaltkästen.
Rohre, Löcher, die Fenster verschlossen.
Drei bunte Putzlappen auf der Leine und ein weißes Laken.
Menschenleere Bilder im Bild,
die Perspektive kommt entgegen.

Andrea Freiberg, Rom am 9.1.21
Grazie Philine e Francesco per la traduzione!

Vista in profondità.
Abisso avvolto in rosso.
Guaina di catrame grigio sul tetto e scatole di interruttori bianche.
Tubi, fori, le finestre chiuse.
Tre stracci colorati sul filo e un lenzuolo bianco.
Immagini deserte nell’immagine,
la prospettiva viene incontro.

                                                                                                                              

PALAZZO ROSSO. Aus: Jeder Tag ist eine Trophäe. 100 x 150 cm. Öl auf Leinwand. Rom. 2021








L'oracolo è segreto. Aus: Jeder Tag ist eine Trophäe. 100 x 150 cm. Öl auf Leinwand. Rom. 2020

























non ti scodar di me. 150x100 cm. Öl auf Leinwand. Rom. 2020






























Villa Massimo in Rom, Arbeitsaufenthalt, 2019-20

PROPRIETA PRIVATA. Installation. 09/2019










Studio 9 : Peter Wawerzinek (Autor und Rompreisträger) & Andrea Freiberg































Jeder Tag ist eine Trophäe. work in progress. open studios. Villa Massimo. 10/2019                                                                                        Foto: Alberto Novelli

Andrea Freiberg & Peter Wawerzinek


















Jeder Tag ist eine Trophäe. work in progress. 01/2020

Jeder Tag ist eine Trophäe. work in progress. 03/2020



La Fontana. Öl auf Leinwand. 150x100 cm. Rom 2919



















Big Venezia with a little bit Roma. Öl auf Leinwand. 150x100 cm. Rom 2020


















metamorfosi. Öl auf Leinwand. 150×100 cm. Rom 2020
















time is going on, 2019

https://www.kunstverein-xanten.de/




Zeit vergeht sich an den Dingen und Orten: belebt, benutzt und verändert. Nichts bleibt, wie es war. 
Erinnerungen sind wie Schmetterlinge oder Gespenster. Was zurück bleibt, ist Geschichte. 


Die in Siegen lebende Künstlerin Andrea Freiberg kombiniert und montiert wertlos gewordene Gegenstände, 
wie Vasen, Kannen, Töpfe, Lampenschirme, Urnen, Schalen, Glühlampen oder Abflussschläuche in plastische 
Objekte, die an Spielfiguren oder Kultgefäße erinnern. 

Altes und Neues, Benutztes, Getauschtes, Geschenktes, Kaputtes, Heiles, Blaues, Rotes und Gelbes wird 
umfunktioniert und ästhetisch aufgewertet. Mit Zeitungsbildern und den News beklebt, verwandeln sich 
die Texturen auf der Oberfläche in narrative Bildgeschehen. 
Erst im Nahblick wird die poetische Bildsprache zwischen abstrakter und figurativer Bildlichkeit gewahr. 

Mit den für die Galerieräume im DreiGiebelHaus entwickelten Installationen erprobt Andrea Freiberg 
ungewöhnliche Sockelbauten. Das Fundament der Kunst hinterfragt.

KUK Kunstverein Xanten, Galerie DreiGiebelHaus











SPACE / CUT, 2018


Im Unterschied zur Gegenwart sind wir in der Konstruktion des Vorstellens immer selbst der Horizont in dem die Wirklichkeit erscheint.“ 

aus: Der Raum. Prolegomena zu einer Architektur des gelebten Raumes, Franz Xaver Baier

Andrea Freiberg zerlegt Orte mit der Schere und erzeugt Leerstellen in Situ und im Kontext realer Orte: Fotografien einer abgebrannten Fleischereifabrik in Danzig, ein stillgelegter Bauhof im Münsterland und ein Wohnhaus im Umbau. Entschleunigte Räume, Orte, welche gegen den Strom unseres eingerichteten, funktionalen Lebensalltags schwimmen, fehlerhaft und unwirklich, sind Auslöser ihrer künstlerischen Feldforschung. Die Bilder bezeugen die Spuren des Verfalls und gleichzeitig werden die beginnenden Prozesse der Umwertung und Vereinnahmung durch Mensch und Natur sichtbar. Durch die Zerschneidung der zweidimensionalen Fotografien und die Schichtung in die dritte Dimension entsteht eine neue Choreografie des Raumes, ein Remix zwischen Wahrheit und Fiktion. Fehlstellen in den Szenen evozieren subjektive Erwartungen und Assoziationen. 


"silence exile" stop motion, 9:55 min https://youtu.be/dAzLHKGWgD4
 
ONE MAN SHOW” M.E., 7 Kap. in Bd. 1-7, Studio cut in A5 Elba Rado, Fotocollagen laminiert, Installation 2018



aus der Serie „space cut“ entleerte Bilder, fotoprints auf MDF, 2018


























































"Kofferraum" mobile Rauminstallation, Gdańsk 2004, Foto: Marek Szewczik
Das variable Raumsystem der Koffer-Installation gleicht dem eines Spielfeldes. Anlass ist der verkleinerte Nachbau (Maßstab 1:10) eines real existierenden Innenraumes des ehemaligen Industriegebäudes „Altes Brauhaus“ aus dem späten 19. Jhd. in Siegen-Geisweid. 

Der „Kofferraum“ ist eine temporäre Rauminstallation. Die partizipative Performance des Bausystems richtet sich auf ein Ereignis hin und greift wesentliche Merkmale von Lebenswirklichkeit, wie Mobilität, Aufbruch und Wandel in einer abstrakten Modellwirklichkeit auf. 

Aus unterschiedlichen Perspektiven verändern sich die Größenordnungen und Raumverhältnisse, so wie Orte, Dinge und Beziehungen im historischen Wechsel der Systeme und Umgebungen an Bedeutung verlieren oder gewinnen. 

Stationen: 2001 Siegen, ehem. Kaufhaus KERBER „Kunstwechsel IV“ Vorstellung 2003 Köln, KunstWerk e.V. „raumkontakt“ interaktive Aufstellung 2003 Siegen, ESG Galerie „auf wieder sehen“ Abschiedsaufstellung 2003 Warschau, Kulturfabrik Norblin „ BRONORBLIN“ Raumbewahrung 2004 Gdańsk, Długi Targ „Tischgespräch“ Interview mit deutschen Touristen zur aktuellen Stunde (3.5.04) 2004 Gdańsk, stocznia (Werft) „Vor der Pforte” Raumfrage 2005 Messe Düsseldorf, Große Kunstausstellung NRW, Dokumentation im White Cube 2008 Friedrichstr. 42, Siegen „jamais vu“ temporäre Installationen, Performance mit Publikumsbeteiligung






“Fabrik 1zu33“ Lichtinstallation, 160 x 110 x 85 cm, mixed media, 2003
Das 160 cm hohe Architekturmodell gibt im Maßstab 1:33 die Struktur einer Fabrikhalle der ehemaligen Walzengießerei ROLAND in Siegen wieder. 

Der Innenraum des Architekturmodells entspricht einer Grundfläche von 527 m² mit der Höhe bis zu 8,54 m in der Realität. Durch einen flacheren Anbau wurde die ehemalige Außenwand der Fabrikhalle zur Trennwand zweier Räumlichkeiten mit zwei großen Durchgängen. So kann man sich zwei parallel verlaufende Gangformen vorstellen, die längs durch die Mittelwand getrennt und durch zwei torartige Öffnungen gleichzeitig verbunden sind.

Die unter einer Plexiglashaube konservierte verkleinerte Fabrik spiegelt eine dem realen Ort innewohnende geheimnisvolle Atmosphäre wieder. Aus unterschiedlichen Perspektiven verändern sich die Raumeindrücke projizierter Imagination in der Verlassenheit. Durch kleine Öffnungen sind Lichtzeichnungen an den Innenwänden zu sehen, die den Raum geometrisch durchschneiden. Die transparente Haube reflektiert den Außenraum im Inneren. 

Verlassene Orte und Gebäude im Umbruch sind ihrem eigentlichen Gebrauch enthoben und entfremdet. In diesem seltsamen Schwebezustand der Umwertung bildet sich eine besondere Atmosphäre für neue Vorstellungen zwischen Sein und Schein.

ROLAND - new collection, 2018



ROLAND - new collection, Raumcollage, Andrea Freiberg 2018
"done twice" Rauminstallation, Cierlitza & Freiberg, Siegen 2018
Parallelprozesse im Abseits
verführen Materialien und Artefakte
über die Grenzen ihrer
Gewohnheiten.

Andrea Freiberg, work in progress 
Siegener KunstSommer 2018












































Hintergrund des plastischen Raumbildes „ROLAND - new collection“ bildet das ausgediente Fabrikgelände der ehemaligen Walzengießerei ROLAND innenstadtnah in Siegen. Seit der Schließung des Betriebes 2000 wird das Fabrikgelände mit Werkstätten und Hallen provisorisch zwischengenutzt von kleineren Firmen, KfZ Mechanikern, einer Antik-Werkstatt und meinem Atelier. Der Ort bietet Unterstellmöglichkeiten für Fahrzeuge und Campingwagen. Seit einem Brand vor vier Jahren ist die Infrastruktur in meinem Atelier ohne Wasser, Heizung und Strohm auf ein Minimum reduziert. Noch temporär nutzbar, ist das Fabrikgelände gleichfalls ein Spielort des Verfalls und der Verwilderung. Prozesse der Werterhaltung, Renaturierung und Grenzen des Abseitigen sind Auslöser für die ästhetische Spurensicherung.

Abfall oder Müll geworden sein heißt den zentralen Aktivitäten unserer heutigen Gesellschaft entgegengesetzt sein, der Verwertung, dem Nutzen und Brauchen, Produzieren und Konsumieren. Der Ausschluss aus diesen Aktivitäten heißt, so der Umkehrschluss: Müll oder Abfall sein.“ (Susanne Hauser: Metamorphosen des Abfalls. Konzepte für alte Industrieareale. 2001)

Die Raumcollage setzt sich aus einzelnen vakuumverschweißten Abfällen, Bodenproben und Fundstücken zusammen, welche ich auf dem Betriebsgelände zwischen 2017-18 gesammelt habe. Abgebröckelter Fensterkitt, Gießrückstände, Formsand, Holz und Rinde, Metall, Fensterglas, Wachs, Blei, Beton, Kunststoff, Pflanzen und Erde, Drahtreste, krumme Nägel, Folien, Rücklichter, Pappe, verwittertes Papier, Gegenstände und Artefakte der Autoschlosser. Ich konserviere, kombiniere und archiviere die Fundstücke und Materialien. In dem ich sie zeichne und bezeichne erkunde ich Identität und Herkunft der Dinge, sowie den Umgang mit unseren Ressourcen.
In der rhythmischen Anordnung zeichenhafter Formen, gegenständlicher Artefakte, Materialproben und Farbspuren wird das Abseitige ästhetisch und poetisch verdichtet. Die Folien dienen als Bildträger und optischer Filter zwischen den Ebenen der Realität und der Bildwirklichkeit. Die Ästhetisierung durch die museale Konservierung und die Aufwertung durch die Präsentationsform auf einer gerasterten Gesamtfläche von 240 x 480 cm vertikal über Eck im Raum, erheben den Abfall vom Boden an die Wand und rücken ihn ins Blickfeld und die Wahrnehmung der Betrachter.

Die Installation „done twice“ entstand gemeinsam mit der Gastkünstlerin Jennifer Cierlitza vor Ort. Zwei digitale Bilder greifen das Motiv einer verhangenen Bühne auf, wobei der fotografische Auslöser zufällig jeweils zu unterschiedlichen Zeiten 2005 und 2017 gedrückt wurde. Die Bühne als Handlungsraum der Zwischennutzer in der Fabrikhalle transferiert zum digitalen Bildraum fotografischer Settings.

Who is sitting in the glass house? 2017-18













































Who is sitting in the glass house? III. Raumbild: aus POOL-Position seit 2012

Vitrine: 3,1 x 12,15 x 1,20 m Baugerüst: 2,0 x 10,0 x 0,3 m

59 Objekte: Fundstücke (Keramik, Porzellan, Glas, Metall, Kunststoff, Pappe) Zeitungspapier, Kraftkleber, Kleister, UV Schutz


Video: "POOL-POSITION", stop-motion, 2013 https://youtu.be/La0AdwsiVNU


Kulturbahnhof Kreuztal: 
szenenwechsel XXXVIII

kulturbahnhof-kreuztal.de


Mit freundlicher und tatkräftiger Unterstützung von RADEMACHER Gerüstbau GmbH. DANKE!



non-native, 3. September und 1. Oktober 2017

Foto: Luz Dary Kuhne
















Andrea Freiberg & Kai Gieseler

non-nativ I, erste Kunstexpedition auf dem Areal der Trupbacher Heide

am 3. September 2017 um 14 Uhr auf dem Areal Trupbacher Heide

Treffpunkt um 14 Uhr auf dem Parkplatz Birlenbacher Höhe an der Trupbacher Straße

non-native II: Displacement

am 1. Oktober 2017 um 14 Uhr in der Gartenhütte Birlenbacher Höhe an der Trupbacher Straße

Infos über A. Freiberg: 0176-24260968 & K. Gieseler: 0175-3798586
KunstSommer 2017: http://www.kunstvereinsiegen.de/category/programm/kunstsommer/

Ausgangspunkt der gemeinsamen künstlerischen Intervention ist das Hochplateau der Trupbacher Heide, das sich zwischen unseren Wohnorten befindet. Dieses Gebiet am Rande von Freudenberg und Siegen, umfasst etwa 300 ha Wald- und Wiesenflächen, deren besondere Landschaftsmodulierung durch die langjährige militärische Nutzung der belgischen Streitkräfte sowie der Bundeswehr entstanden ist. Das Naturschutzgebiet liegt in der Obhut der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege (kurz: NRW-Stiftung) und wird als Naherholungsgebiet genutzt.
Der Titel non-native greift, weitläufig wie das Gelände selbst, Aspekte der Heimat, der Erinnerung, der Nähe, der Entfernung, der Wiederholung, der Gemeinsamkeiten sowie deren immanente Verneinung und Verweigerung auf. In einer ersten künstlerischen Exkursion liegt der Fokus auf der vorgefundenen Topografie mit eindrücklichen, vielschichtigen und sich wiederholenden Raumwirkungen. 

Die Ausstellung „non-native II“ in Folge der ersten künstlerischen Exkursion im Bereich Trupbacher Heide und ihrer Grenzen ist auf ihren Kontext zwischen Fiktion und Realität, Improvisation und Zufall fokussiert. Die entstandenen künstlerischen Ergebnisse aus den Spuren zweier Wege werden im Innen- und Außenbereich der Gartenhütte auf der Birlenbacher Höhe in Form von fotografischen Bildern, Video und Performance der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Karte Trupbacher Heide - © Autor: Natalia Jaworski

















Foto: Kai Petra Gieseler