how ever, 2007

Seccomalerei: 230 x 220 cm und 500 x 220 cm, Spachtelmasse, Farbpigmente
















































HOW EVER spielt im Dialog mit der Geschichte und der Psychologie des Ortes des ehemaligen Produktionsbetriebes. Aller Zeiten Spuren bilden im Flurbereich zwischen Fabrikhalle und Meisterbüro die Vorzeichnung des zweiteiligen Wandbildes. Physischer Eingriffe, wie Russablagerungen, Kratzer und Löcher sind Überreste und Zeitzeugen der körperlichen Arbeitsprozesse in der Vergangenheit. Die über viele Jahre eingeprägten Arbeitsspuren und Texturen in den verputzten Wänden standen als motivische Vorzeichen für den malerischen Prozess.

Unmittelbar in die vorgefundenen Verletzungen des Wandputzes habe ich die eingefärbte plastische Spachtelmasse eingearbeitet. Geisterhafte Wesen, Phantasieformen und Umrisse der alten Wandtafeln wurden sichtbar. Die horizontale Dreiteilung ergibt sich aus den Höhenunterschieden der Gebrauchsspuren. 

Im unteren Bildraum befinden sich Formen, die an Lebewesen erinnern. Rechteckige Flächen schaffen einen abstrakten Bildbestand im mittleren Bereich und im oberen Drittel schweben wolkenartige Gebilde und Geister. Im Verharren des gegenwärtigen Schwebezustandes erzeugt die Mnemonik der Spuren keinesfalls ein zukunftsträchtiges Modell des Ortes. Im Kontext des höhlenartigen Fabrikraumes führt die Höhlenmalerei an den Ursprung zurück.

2021 löste sich das Wandbild im Schutt beim Abriß der Fabrik auf.